Allerheiligen Striezel goldbraun selbstgemacht Anleitung | © Robert Hopfer

Allerheiligenstriezel: Kein Allerheiligen ohne Striezel

Rezept für 3 mittelgroße Striezel

Zutaten für 3 mittelgroße Striezel:

  • 1 kg Mehl (griffig)
  • 100 g Butter
  • 1 Ei
  • Hagelzucker zum Bestreuen
  • 1 Würfel frische Germ (oder 2 Packerln Trockenhefe)
  • 120 g Kristallzucker
  • 1 TL Salz
  • 1/2 l Milch
  • 1 Packerl Vanillezucker
  • 1 Ei zum Bestreichen

Allerheiligenstriezel-Brauch

  • Der Allerheiligenstriezel ist ein in Zopfform geflochtenes Hefegebäck, welches aus Mehl, Eiern, Germ (Backhefe), Fett, eventuell Rosinen, etwas Milch und Salz sowie Hagelzucker zum Bestreuen besteht.
  • Der Brauch hat seine Wurzeln in der antiken Trauerkultur. Als Zeichen des Mitgefühls, schnitten sich damals die Menschen ihre geflochtenen Haare ab. Das geflochtene Gebäck soll symbolisch dafür stehen. Im Mittelalter war es selbstverständlich an Allerheiligen, jene mit Striezel zu beschenken, die noch weniger hatten.
  • In manchen Regionen wurde das Gelingen des Backwerks sogar mit Aberglauben verbunden. Wurde das Germgebäck luftig und locker sollte das Glück und Erflog für das neue Jahr bringen. Gelang der Zopf nicht, befürchtete man großes Unglück und Enttäuschungen.
  • Bei uns in der Großfamilie ist es seit jeher Tradition, dass wir jährlich am 1. November von unserer Oma einen selbstgebackenen Allerheiligenstriezel geschenkt bekommen. Nachfolgend findet ihr das Rezept meiner Großmutter, die mir beim Backen mit Rat und Tat zur Seite stand!

Zubereitung:

Zuallererst machen wir ein "Dampfl", damit unser Teig sicher und leichter aufgeht. Ein bisschen Milch (lauwarm) mit der Germ verrühren. Etwas Mehl und Zucker hinzufügen, bis es eine zähe Konsistenz hat.

An einem warmen Ort ca. für eine 1/4 Stunde "gehen" lassen.

Das Dampfl in einer großen Schüssel mit den restlichen Zutaten (die Milch sollte lauwarm sein) vermengen und kneten.

Danach stellt man den Teig zugedeckt an einem warmen Ort, damit er gehen kann. Ich stelle den Germteig gerne in die Nähe des alten Holzofens, da es dort meistens schön warm ist.

Nach einer guten 3/4 Stunde sollte sich der Germteig mindestens verdoppelt haben. Da ich drei Striezel haben wollte, habe ich den Teig danach in drei gleich große Teile geteilt und diese wiederum in 6 gleich große Stücke (Sechserzopf).

Zu fingerdicken, gleich langen Rollen formen und dann flechten (je nach belieben mit 3 oder 6 Rollen). Meine Oma hat sich für den klassischen Sechserzopf entschieden.

Den fertigen Zopf auf ein Blech mit Backpapier (mir ist’s leider ausgegangen) geben, mit Ei bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Danach bei 180 Grad Celsius für ca. 25 Minuten ins vorgeheizte Backrohr.

Gutes Gelingen und guten Appetit!


Allerheiligenstriezel Sechserzopf flechten – Anleitung

  • Das Sechserzopf flechten wirkt zwar anfangs etwas kompliziert, ist es aber nicht. Als Trockentraining eignen sich Geschirrtücher besonders gut. Ich hab einfach sechs Geschirrtücher mit Gummiringerl zu Rollen geformt und dann mit einem Haargummi fixiert.
  • Sechs gleich lange und dicke Rollen vorbereiten. Drei und drei Rollen zusammenlegen und in der Mitte noch etwas Platz lassen. Die linke innere Rolle mit der linken Hand nehmen und in die Höhe heben. Mit der rechten Hand die rechte äußerste Rolle nehmen und nun zu den zwei linken Rollen auf die Innenseite legen. Die rechte Hand schnappt sich nun die äußerste Rolle der linken Seite. Mit den beiden Rollen eine Drehung machen und die Rolle in der linken Hand in die Innenseite der beiden rechten Rollen legen. Die linke Hand wandert nun wieder zur äußersten Rolle hinaus. Diese wieder mit der in die Höhe gehaltenen Rolle drehen und links innen niederlegen. So lange damit fortfahren bis der Allerheiligenstriezel fertiggestellt ist.
  • Zusätzlich haben wir euch ein Anleitungsvideo erstellt - ihr findet es in der Galerie. Sollte man das Flechten mittlerweile gut beherrschen, kann man sich am Germteig für den Allerheiligenstriezel versuchen.